Netbook Nokia Booklet 3G
Das erste Netbook des finnischen Herstellers Noki kann auf den ersten Blick überzeugen: Es ist wirklich attraktiv. Die Verarbeitung wirkt ausgesprochen hochwertig und optisch ist der kleine Finne ein echter Hingucker, so schlank und elegant kommt er daher. Für einen Preis von mehr als 700 Euro erwartet man nun natürlich auch ausgezeichnete innere Werte. Oder gilt hier die Devise „doppelte Schönheit, doppelter Preis, halbe Leistung?
Tolle Laufleistung
Was die Mobilität angeht, sprinted das Nokia Booklet 3G ganz weit nach Vorne in die Netbook-Spitzengruppe. Selbst wenn es so richtig gefordert wird, reicht der Akku für mehr als sechs Stunden Betrieb unter Volllast. Erst dann muss das Gerät wieder an die Steckdose. Ein ausgezeichnetes Ergebnis.
Schwaches Herz
Dafür ist der sehr sparsame Atom Z530-Prozessor mit 1,6 GHz verantwortlich. Nachteil: Er ist alles andere als Leistungsstark. Kombiniert mit dem US15W-Chipsatz mit integrierter Intel GMA500 Grafiklösung sorgt das im Standardbetrieb bereits für Probleme. Mehr als 64 Mbyte greift sich die Grafikkarte vom knapp bemessenen 1GB-Arbeitsspeicher ab. Und dieses Ausstattungspaket lässt das Nokia Booklet bereits im Office-Betrieb ausgesprochen lahm wirken. Trotz Windows 7 als Betriebssystem dauert es lange, bis Anwendungen starten. Filme anzuschauen ist ein Ruckel-Erlebnis.
Klar, mit dem Gerät lässt sich leidlich im Internet surfen und Texte tippen oder Fotos angucken. Das war’s aber auch!
Die Festplatte ist langsam und mit einer Kapazität von nur 120 Gigabyte viel zu klein für ein Netbook. Standard ist inzwischen die doppelte Größe.
Kommunikations-Profi
Bei der Ausstattung merkt man sehr deutlich, dass ein Kommunikations-Riese hinter dem Booklet 3G steht: UMTS und GPS, Bluetooth, nWLAN, alles ist schon drin! Wäre toll, wenn das überall Standard wäre. Drei USB-Schnittstellen und ein HDMI-Port für den Anschluss eines Beamers oder Fernsehers sind ebenfalls integriert. Hier sei jedoch erneut gewarnt: Filme lassen sich mit dem Netbook nur genusslos ansehen, für eine Präsentation reicht es keineswegs.
Ansichts-Sache
Ein Blick auf das Display ist recht ernüchternd. Ein spiegelndes 10,1 Zoll Glare-Display mit zu geringen Kontrasten und ungenügender Lichtstärke. Das erschwert das Arbeiten im Freien enorm, denn viel erkennen lässt sich selbst im Schatten nicht mehr. Zudem ist das Display schlecht ausgeleuchtet und das Bild einfach mau. Die Reaktionszeit von 24 Millisekunden ist unterdurchschnittlich und das gesamte Display qualitativ nicht gut genug. Konkurrenzgeräte, die nicht einmal halb so viel kosten, haben da überzeugendere Lösungen. In einem Netbook dieser Preisklasse ist deutlich mehr zu erwarten, da gibt es keine Ausreden.
Gesamturteil Netbook Nokia Booklet 3G
Unsere Befürchtung bestätigt sich: Das Nokia Booklet 3G ist doppelt so teuer, doppelt so schön und halb so gut wie der Durchschnitt der Netbook-Liga. Optisch kann es in jeder Hinsicht überzeugen, aber die Leistung ist alles andere als gut. Zu langsam, zu träge und dazu mit einem nicht konkurrenzfähigen Display ausgestattet fällt der Nokia-Zwerg durch. Netbooks sind für den Außeneinsatz prädestiniert. Aber dafür muss das Display auch geeignet sein. Zwar ist die Akkuleistung spitze, aber die Schwachpunkte des Gerätes zu gravierend für eine Kaufempfehlung. Mit dem ersten Gerät in der Netbook-Klasse kann Nokia keine Duftmarke setzen, da mag das Multimedia-Packet mit UMTS, GPS nWLAN und Bluetooth noch so praktisch sein.
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