Ricoh GXR – Cool, das Modul!

Posted by: Content extern on 22. Juli 2010

Sie basteln gerne? Dann haben wir was für Sie: Die Ricoh GXR. Das Besondere an der 12,2 Megapixel-Kamera? Man kann sie aus verschiedenen Modulen zusammenstecken und neu kombinieren. Im Grunde handelt es sich bei den erhältlichen Modulen, die in den Kamera-Body eingerastet werden, um Wechselobjektive inklusive Bildsensor. Ricoh will damit die Vorteile von Kompaktkameras und Spiegelreflexkameras verbinden, die jeweiligen Schwächen der Kamera-Klassen jedoch ausmerzen. Ob das gelungen ist?


Module statt Wechselobjektive

Spiegelreflexkameras haben einen Vorteil: Sie sind – dank der Möglichkeit, Objektive auszuwechseln – vielseitiger als All Inclusive-Kompaktkameras mit nur einer Optik. Sie haben aber auch einen Nachteil: Wechselobjektive sind staubempfindlich. Oft reicht eine kleine Fluse auf der rückwärtigen Linse, oder ein winziger Teil eines Fingerabdruckes, und schon leidet das Bild enorm. Kompaktkameras hingegen sind deutlich einfacher zu bedienen, dafür aber nicht sonderlich flexibel. Ein fest verbautes Objektiv mit eingeschränkter Brennweite, mehr gibt’s nicht.

Hier setzt die Ricoh GXR an. Die Module kombinieren Bildsensor und Objektiv. Das macht die Linsen unempfindlich gegen Staub, denn die rückwärtige Linse ist geschützt. Im Baukastenprinzip wird die kombinierte Einheit einfach auf den Kamera-Body geschoben, Fertig! Der Vorgang dauert nur wenige Sekunden und ist kinderleicht. Derzeit gibt es zwei verfügbare Module: Das sogenannte A12-Modul mit einer festen Brennweite von 50 mm und das Zoom-Modul S10 mit einer Brennweite von 28 bis 70 mm. Ricoh hat weitere Module angekündigt, unter anderem ein 28-300 mm-Objektiv und Kompatibilitätsmodule für Objektive anderer Hersteller. Mal sehen, was da noch kommt. Zunächst einmal sind nur die beiden erstgenannten Module erhältlich.

Ricoh GXR: Hohes Niveau

Ähnlich hoch wie das technische Niveau der Ricoh GXR ist ihr Preis. Allein der Body kostet ~460 Euro, dazu kommen die Module. As 50mm A12 schlägt mit 670 Euro zu Buche, das Zoom-Modul 380 Euro. Eins vorweg: Die Bildqualität, die für dieses Geld erwartet werden muss, wird erfüllt. Teilweise! Aber dazu später mehr.

Ricoh GXR – zwei Kameras in Einer

Die Ricoh GXR ist also eine kompakte Kamera mit innovativer Wechseloptik, hergestellt für die Zielgruppe der Semi-Profis. Und wahrlich, gut in der Hand liegt sie. Deutlich kompakter eben als so manche schwere digitale Spiegelreflexkamera. Das Display mit der Standardgröße von 3 Zoll ist klasse. 920.000 Subpixel sorgen für ein kontrastreiches und superscharfes Bild, dass auch in hellem Sonnenlicht noch zu erkennen ist. Als Sonderzubehör gibt es einen (recht teuren) schwenkbaren Aufstecksucher von der gleichen, guten Qualität. Die Tasten der GXR sind – je nach Wunsch des Fotografen – frei konfigurierbar. Bilder werden im JPEG oder RAW-Format aufgenommen, das Format ist wählbar. 4:3, 16:9, 3:2, 1:1… all das kann die GXR.

Akku: Zu wenig Puste der Ricoh GXR

Der Akku enttäuscht ein wenig. Ihm geht definitiv viel zu schnell die Puste aus. Im schlimmsten Fall schafft er gerade mal 130 Aufnahmen mit einer vollen Ladung. Das ist zu wenig.

Qualität hat ihren Preis

Die Kosten für das 50mm-Modul haben wir bereits erwähnt. Schon dafür bekommt man anständige Bridgekameras. Was aber bietet das A12-Modul der Ricoh? Perfekte Aufnahmen. Messerscharf, brillant. Da kommt keine Kompaktkamera gegen an. Die hohe Auflösung sinkt auch bei steigender Lichtempfindlichkeit nur langsam ab, die Farben sind natürlich und unverfälscht, auch das Rauschverhalten der Ricoh GXR überzeugt. Leider ist der Autofocus des A12-Moduls recht langsam. Deutlich über eine Sekunde braucht er, bis er die richtige Schärfe gefunden hat. Manuell geht’s schneller. Im Serienbildmodus schießt die Ricoh GXR drei Bilder pro Sekunde.

Das A10 Modul (28 – 70 mm) bietet nur 10 Megapixel Auflösung und ist qualitativ schlechter als das überzeugende A12’er mit seiner festen Brennweite. Die hohe Auflösung ist nur im unteren ISO-Bereich zu erwarten und baut massiv ab, je lichtempfindlicher fotografiert wird.Auch das Bildrauschen ist schlechter als beim 50mm-Modul. Ganz im Ernst: Das kann fast jede Kompaktkamera besser. Mit dem Modul A12 ist HD-Video (ohne Autofokus) möglich, das Zoom-Modul kann nur VGA-Video. Hier sind andere Kameras besser. Um zu filmen, sollte man sich die Ricoh-Modulkamera nicht kaufen.

Gesamturteil der Ricoh GXR

Sehr innovatives Konzept, gute Idee und eine gelungene Kombination der Stärken zweier unterschiedlicher Kameraklassen. Wirklich interessant wird die Ricoh GXR, wenn es weitere Module gibt. Denn genau hier liegen derzeit ihre Schwächen: Zwar kann das 50mm-Modul A12 voll überzeugen und punktet mit ausgezeichneter Bildqualität, das Zoom-Modul S10 ist aber einfach nicht gut genug. Dazu kommt der insgesamt hohe Anschaffungspreis.

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