Acer Ferrari One 200-314G50N der rote Renner
Wer sein Netbook „Acer Ferrari One 200-314G50N“ nennt, weckt natürlich recht hohe Erwartungen. Da denkt man gleich an extra Power, einen Turbo, sozusagen. Und an knalliges Rot. Und hohes Tempo, einen hohen Preis und einen enormen Spritverbrauch. Und – oh Wunder – diese Erwartungen erfüllt das Ferrari-Notbook. Allesamt, vom Turbo bis zum Spritverbrauch. Denn eins steht fest: Sie sind schnell unterwegs mit dem schicken 11,6-Zoll Netbook. Und an die (Strom-Box) müssen Sie auch recht schnell, denn das hohe Tempo kostet jede Menge Akku-Power…
Für Ferrari-Liebhaber
Das ist jetzt kein Scherz! Wenn Sie den rot eingefassten Startknopf des Gerätes drücken, ertönt original Ferrari-Motorsound. Das ist natürlich absoluter Schnickschnack, aber für den einen oder anderen Rennsportfreund sicherlich ein lustiges Gimmick. In der Geschäftsführertagung sorgt ein solches Erlebnis garantiert auch für eine interessante Reaktion. Senden Sie uns gerne Ihre Erfahrungen…
Angetrieben wird das Ferrari-Rot lackierte Netbook (natürlich mit original Ferrari-Logo) von einem zweikernigen Athlon X2 L310-Prozessor mit 1m2 GHz Leistung und dem 780G-Chipsatz mit integrierter Mobility Radeon HD 3200 Grafikkarte.
Das ist schon echtes Sportwagen-Feeling, wenn man den Netbook-Boliden mit einem herkömmlich ausgestatten Gerät mit einem Standard-Intel Atom-Prozessor vergleicht. Der Acer erreicht in Benchmarktests stellenweise doppelt so hohe Werte. Videodarstellung, schnelle Flash-Anwendungen, zügiges Surfen im Internet und natürlich alle Office-Anwendungen sind für das Acer Ferrari 1 200-314G50N überhaupt kein Problem.
Mattscheibe des Rechners
Das Display ist klasse. Schön kontrastreich, schön hell und hervorragend ausgeleuchtet. Auch direkt auf der Tribüne der Rennstrecke, im Sonnenlicht eines herrlichen Sommertages in Monza, lässt sich also mit dem Gerät noch arbeiten.
Ausstattung des Acer Ferrari One 200-314G50N
Im Gegensatz zum doch recht spartanischen Cockpit eines echten Ferraris protzt das Netbook mit einem enorm komfortablen Ausstattung. Eine 500 Gigabyte-Festplatte gibt es bislang nur in diesem Gerät, das also wirklich reichlich Platz bietet. Dazu kommen Bluetooth, Webcam, 300 MBit-WLAN, Gigabit-LAN, drei USB-Schnittstellen und ein Kartenleser für SD/ MMC-Karten, den Sony Memory-Stick und xD.
Der Arbeitsspeicher ist mit 4 Gigabyte so groß wie der eines ausgewachsenen PC’s.
So richtig spieletauglich ist das Gerät übrigens – trotz der ganzen Power – dennoch nicht. Abhilfe soll die so genannte DynaVivid Box schaffen, die über eine Anti XGP-Schnittstelle (XGP steht für eXternal Graphics Platform) angeschlossen wird. Sie hat nicht nur sechs weitere USB-Ports und eine HDMI-Schnittstelle an Bord, sondern auch extra Grafikpower in Form der ATI Mobility Radeon HD 4670. Damit wären dann auch schnelle Spiele möglich… wenn der Athlon Prozessor im Netbook die Leistung der Grafikkarte nicht ausbremst. Die CPU sollte schon zur Dimension der Grafikkarte passen, und dies scheint uns nicht der Fall zu sein.
Boxenstop
Zwei weitere Dinge haben Ferrari-Netbook und Ferrari-Sportwagen gemeinsam: Beide sind teuer. Ein gut ausgestattetes Netbook kostet ca 600 Euro, das ist ein Preis, bei dem man das kernige Design und den Namensgeber mitbezahlt. Wie im wahren Leben… einen Ferrari kauft man sich schließlich auch des Namens wegen, und nicht, weil man damit so toll einparken kann.
Außerdem – Sie haben es geahnt – verbrauchen Sportwagen und Netbook beide reichlich Sprit. Eine Akkuladung wird vom Hersteller als ausreichend für fünfstündigen Betrieb angegeben. Dies halten wir für ausgesprochen optimistisch. In unserem Test schaffte das Gerät knappe drei Stunden. Verglichen mit den Langstreckenläufern der Netbook-Klasse ist das fast schon peinlich. Aber so ist es eben: Hohes Tempo, hoher Verbrauch.
Rennergebnis
So zügig das Acer Ferrari One 200 auch ist, es gibt noch schnellere Netbooks. Aber definitiv nicht so sportlich schicke. Optik und Branding überzeugen, ebenso die Leistung, Ausstattung und das Display. Wäre die Akkulaufzeit nicht so gering, würden wir dem Gerät eine ausgezeichnete Note verpassen. Der hohe Stromverbrauch ist allerdings – für ein Gerät, das für den „mobilen“ Einsatz gebaut wurde – ein Problem. Zu oft muss der schnelle Zwerg zum Boxenstop. Ansonsten wird der rote Renner den Erwartungen seiner Zielgruppe garantiert gerecht.