Hauspersonal hat Konjunktur

Posted by: Content extern on 10. April 2009

Hauspersonal hat Konjunktur. es gibt sie wieder, die gebügelte Zeitung vom Butler, die treusorgende Nanny oder die zupackende Haushälterin. Eine gehobene Schicht von Deutschen genießt es, sich die lästigen Handgriffe des Alltags abnehmen zu lassen. Und auch Gerichte geben Hauspersonal den Vorrang.


Aktuell: Hauspersonal hat Vorrang

Wenn ein Wohnungsbesitzer die Mieträume in eine Eigentumswohnung umwandelt, kann den Mietern schneller gekündigt werden, wenn die Räume für das Hauspersonal benötigt werden. Damit ist nicht nur fest angestelltes Hauspersonal gemeint, sondern auch eine temporär beschäftigte Nanny. Das entschied der Bundesgerichtshof (Az. VIII ZR 127/08). Unter den genannten Umständen ist die sonst übliche Sperrfrist von zehn Jahren nicht anwendbar.

Hauspersonal ist im Trend

Hauspersonal ist der Oberbegriff für alle Personen, die in einem fremden Haushalt die Aufgaben der täglichen Lebensführung gegen Bezahlung verrichten. Oft wird der Begriff synonym zu Haushälterin oder Hauswirtschafterin verwendet, aber vom Grundsatz her sind die Aufgaben des Hauspersonals wesentlich umfangreicher, als nur das reine sauber machen einer Wohnung. Deshalb kommt die Gesamtheit des Hauspersonals meist aus den unterschiedlichsten Berufsfeldern.

Tatsächlich ist eine der häufigsten Aufgaben des Hauspersonals das Reinigen des gesamten Haushalts, der Einkauf und das Zubereiten des Essens sowie die Versorgung der Wäsche. Diese Tätigkeiten sind klar den am häufigsten beschäftigten Hauspersonal, nämlich der Haushaltshilfe, zuzuordnen. Aber auch die Pflege des Außenbereichs, Wagenpflege, Hausmeistertätigkeiten, Kinderbetreuung und Pflege von älteren oder behinderten Bewohnern, insofern dies alles im Haushalt des Arbeitgebers geschieht, werden von Hauspersonal übernommen. Der Berufszweig betrifft also alle Arbeiten, die im Haus des Arbeitgebers verrichtet werden und somit zählen neben Hauswirtschafterin und Haushaltshilfe auch eine Köchin, Putzfrau, Kindermädchen, Gärtner, Butler, Chauffeur, Privatsekretär, Bodyguard, Hausmeister und Pflegepersonal zum Hauspersonal.

Qualifizierter Ausbildungsabschluss

Leider haftet dem Hauspersonal oftmals das Stigma an, dass es sich hierbei um nur wenig qualifiziertes Personal handelt, das auf dem Arbeitsmarkt nur geringe Chancen hat und deshalb dazu gezwungen ist, in einem Privathaushalt zu arbeiten. Selbstverständlich mag dies in dem einen oder anderen Fall zutreffen. Gerade aber weil die Aufgaben des Hauspersonals sehr vielseitig sind, ist eine qualifizierte Ausbildung, zum Bespiel als Gärtner zur Grünanlagenpflege, als Handwerker, wenn Hausmeistertätigkeiten übernommen werden oder eine pflegerische Ausbildung zur Versorgung kranker Menschen, zwingend notwendig. Gerade Haushalte, die bereits mehrere Erfahrungen mit Hauspersonal gemacht haben, schätzen eine hohe Qualifizierung ihres Personals. Zudem ist es auch so, dass auch Hauspersonal mit einem qualifizierten Ausbildungsabschluss ihre Tätigkeit für Privatpersonen, wegen der familiären Atmosphäre, oftmals einer Anstellung, beispielsweise in einem Hotel, vorzieht.

Hauspersonal finden

Um selbst Hauspersonal zu finden, stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Angestellte im gering qualifizierten Bereich, wie beispielsweise die Putzfrau, inserieren häufig im Anzeigenmarkt von Tages- oder Wochenzeitungen und bieten damit ihre Dienste an. Daneben kann man sich einer großen Auswahl an Vermittlungsagenturen bedienen, die sich darauf spezialisiert haben, Hauspersonal zu vermitteln und zum Teil regional, manche sogar auch bundes- und europaweit arbeiten. Vom Prinzip her ähnelt eine solche Vermittlungsagentur einem privaten Arbeitsvermittler: Die Agentur prüft potenzielles Hauspersonal intensiv auf die vorhandenen Qualifikationen und nachweisliche Referenzen und nimmt sie dann in eine Bewerberdatenbank auf. Aus dieser können sich interessierte Arbeitgeber Bewerber auswählen und über die Vermittlungsagentur kontaktieren. Bei Zustandekommen eines Arbeitsverhältnisses muss der Arbeitgeber eine Vermittlungsgebühr an die Agentur zahlen, für den Bewerber bleibt die Vermittlung kostenfrei. Die Anstellung erfolgt direkt bei den Privathaushalten und nicht bei der Agentur.

Hauspersonalvermittlung

Die letzte Möglichkeit, Hauspersonal zu finden, bietet eine sogenannte „Haushaltsnahe Agentur“. Dies sind Institutionen, die selbst Hauspersonal einstellen und an interessierte Privatpersonen „verleihen“. Das Prinzip ähnelt also dem einer Zeitarbeitsfirma. Die Anstellung erfolgt in der haushaltsnahen Agentur, die auch für die Gehaltszahlung zuständig ist und der Kunde zahlt für die erbrachten Dienstleistungen an die Agentur.
Durch Förderung dieser Agenturen wollte das Wirtschaftsministerium der Tatsache entgegenwirken, dass auch heute noch das meiste Hauspersonal illegal, also ohne Anmeldung zur Krankenversicherung und Lohnsteuerabführung, in Privathaushalten beschäftigt ist.

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